Eigentumswohnung als Kapitalanlage

Eigentumswohnungen werden in der gegenwärtig schwierigen Wirtschaftslage als kluger Tipp gehandelt, sein Kapital langfristig gewinnbringend anzulegen. Diese Art der Kapitalanlage gilt als eine der Sichersten, da sie − anders als andere Kapitalanlageformen − der drohenden Inflation trotzt.

Der klassischen Eigentumswohnung wird deshalb ein hoher Stellenwert beigemessen, weil sie im Vergleich zu den Anschaffungs− und Instandhaltungskosten eines ganzen Hauses im Regelfall attraktiver ist. Entscheidet man sich für eine derartige Kapitalanlage, gilt es im Vorfeld jedoch einige Faktoren abzuklären. So sollte ins Kalkül gezogen werden, wie sich die erworbene Eigentumswohnung langfristig wirtschaftlich weiterentwickeln wird und inwieweit Renovierungs− und Sanierungsarbeiten auf den Eigentümer zukommen.

Mit dem Erwerb ist zunächst über die grundsätzliche Frage der Nutzung der Eigentumswohnung zu entscheiden, die sich nicht unwesentlich auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirkt.

Bezieht man die Wohnung selbst, verbucht man − abgesehen von den gesparten Mietzahlungen − kaum einen finanziellen Zuwachs. Für manch einen kann der errungene Mehrwert an Sicherheit und an Lebensqualität diesen Faktor natürlich aufwiegen, auf die Eigentumswohnung als Kapitalanlage nimmt er − selbst wenn er das ausschlaggebende Kaufkriterium ist − keinen Einfluss.

Aus finanzieller Perspektive lässt eine Eigentumswohnung nur bei einer Vermietung größere Gewinne erwarten. Man sollte sich hierbei jederzeit realistisch vor Augen führen, wie hoch die Chancen einer erneuten Vermietung bei Kündigung des Mietvertrages stehen. Dazu ist es zwangsläufig notwendig, sich intensiv über die Umgebung und das Haus zu informieren. Nur so lassen sich langfristig konstante Einnahmen gewährleisten.

Von besonderer Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg einer Eigentumswohnung ist vor allem ihre Lage, d. h. ihre infrastrukturelle Anbindung. Für Mieter entscheidende Kriterien bestehen in einer günstigen Anbindung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie ein umfassendes Versorgungsangebot durch den Einzelhandel in unmittelbarer Nähe. Aber auch Argumente wie die günstige Lage zu öffentlichen Einrichtungen (z. B. Kindergärten etc.) und eine gute Erreichbarkeit von Ärzten werden von Mietern hoch bewertet und tragen für den Kapitalanleger zur langfristigen Wertsteigerung seiner Eigentumswohnung bei. Ferner sollte die Wohnung angesichts des demografischen Wandels jederzeit die Möglichkeit zu einem seniorengerechten Umbau bieten.

Beim Kauf einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage kann man in steuerlicher Hinsicht punkten, da zahlreiche steuerliche Erleichterungen winken. So wirken sich für den Kapitalanleger beispielsweise Kosten für die Hausverwaltung, Darlehenszinsen oder auch Wertabschreibungen steuervergünstigend aus. Ungeachtet der genannten Pluspunkte, die für eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage sprechen, sollte bedacht werden, dass bei der Kaufentscheidung unter Umständen ein Kredit − eventuell mit der Unsicherheit, die Raten immer leisten zu können − in Anspruch genommen werden muss.

Die Wirtschaftlichkeit tritt in diesem Fall erst nach vollständiger Abbezahlung in Kraft. Unerwartete Ereignisse wie Krankheit oder Verlust des Arbeitsplatzes können den Eigentümer zudem zu einem vorschnellen Verkauf zwingen. Die Folge sind dann beachtliche finanzielle Verluste. Die Finanzierung einer Eigentumswohnung darf daher niemals zu kalkuliert sein.

Weiterhin zu bedenken gilt auch, dass die als Kapitalanlage erworbene Eigentumswohnung gegebenenfalls auch an Wert verlieren kann, wenn sich ihr Zustand mit den Jahren verschlechtert bzw. sie bei einer Vermietung durch den Mieter nur mangelhaft gepflegt und instand gehalten wird.

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